Brandschutzerziehung

Die Hauptaufgabe der Feuerwehren hat sich die letzten Jahre merklich gewandelt. Waren die Einsätze vor Jahrzehnten noch geprägt von der Brandbekämpfung, dominieren heutzutage die technischen Hilfeleistungen. Dies ist zum einen des immer besser werdenden baulichen- sowie betrieblichen Brandschutzes sowie der strengeren gesetzlichen Vorgaben geschuldet. Denken Sie hier zum Beispiel an die Rauchwarnmelderpflicht in privaten Wohnungen in Bayern seit Januar 2018. Ein nicht zu unterschätzender Anteil an dieser Kehrtwende trägt jedoch auch die häufiger und qualitativ besser stattfindende Brandschutzaufklärung und –erziehung.

Bei diesen beiden Begriffen denkt man zuerst natürlich an Schulungen für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Weit hierüber hinaus beinhaltet die Brandschutzerziehung und- aufklärung jedoch auch die Erwachsenenbildung. So finden regelmäßig Schulungen für das Personal in Betrieben, öffentlichen Ämtern, Pädagogen in Schulen und Kindertagesstätten oder einfach nur für den ganz normalen Durchschnittsbürger statt. Denn auch hier hat der Gesetzgeber reagiert, und diese Schulungen in Arbeitsstättenverordnungen, Betriebssicherheitsverordnungen, Arbeitsschutzgesetzen usw. zum Schutz des Personals vorgeschrieben.

Sicherlich ist es auch unumstritten, dass der prozentuale Anteil von Brandstiftungen (vorsätzlich oder fahrlässig) durch Kinder und Jugendliche zwar rückläufig ist, aber anteilig häufig vorkommt (ca. 80 %). Deswegen liegt der Schwerpunkt auf der Schulung von eben dieser Altersklasse.

Hier in der Stadt Aschaffenburg werden zur Zeit 36 Kindertagestätten verschiedener Träger unterhalten, dazu kommen 13 Grundschulen und 6 Mittelschulen.

Geht man von durchschnittlich zwei Veranstaltungen pro Einrichtung im Jahr aus, ergibt sich hieraus die stolze Anzahl von 110 Terminen allein für diese Einrichtungen. Aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlagen im Bayerischen Feuerwehrgesetz (In Bayern ist die Brandschutzerziehung und –aufklärung nicht Pflichtaufgabe der Feuerwehren), sind die Stellen für diesen Aufgabenbereich nicht ausreichend existent.

In einer kleineren Gemeinde mit ein bis zwei Kindergärten bzw. Schulen ist es für die oftmals ehrenamtlichen Feuerwehren einfacher, solche Veranstaltungen durchzuführen.

Deshalb haben wir in Aschaffenburg versucht, einen Mittelweg zu finden, der stetig ausgeweitet wird.

So begannen wir 2017 erstmals in einem „Forum Brandschutzunterweisung und –aufklärung für das Personal von Kindertagestätten“ sämtliche Kindertagesstätten auf unsere Dienststelle einzuladen, um die Zusammenarbeit zwischen der Brandschutzdienstelle und den „Kita`s“ zu vertiefen und zu fördern. Diese Foren finden regen Anklang und werden erfolgreich fortgeführt. Wie bereits begründet, ist es leider nicht möglich, die einzelnen Kindergärten zu besuchen, um dort die Feuerwehr und ihre Aufgaben vorzustellen.

Gerne verweisen wir hier jedoch auf die „Tage der offenen Türe“ die regelmäßig stattfinden und auch ein interessantes Kinderprogramm beinhalten.

Dass uns die Brandschutzerziehung jedoch durchaus am Herzen liegt, zeigen wir gerne an der Zusammenarbeit mit den Schulen. So werden sämtliche 3. Jahrgangsstufen der Grundschulen Aschaffenburg`s in Abstimmung mit dem Lehrplan (Brandschutzerziehung ist hier für die Schulen fester Bestandteil) zu uns auf unsere Feuerwache eingeladen und durch uns fachspezifisch unterrichtet. Dies sind im Jahr mittlerweile durchschnittlich 40 Schulklassen.

In Zukunft werden wir hoffentlich in der Lage sein, unser Angebot noch auszuweiten und die gemeinsame Arbeit mit den Erzieher/innen und Lehrkräften zu vertiefen.

Bei Fragen zur Brandschutzerziehung wenden sie sich bitte per Mail an den zuständigen Sachbearbeiter Christoph Schnarr.

Christoph.Schnarr@Feuerwehr-Aschaffenburg.de