„Was lange währt, schwimmt endlich gut“, so Stadtbrandrat Mark Weigandt bei der offiziellen Übergabe der schwimmenden Bootshalle der Feuerwehr. Am Donnerstag konnte Oberbürgermeister Jürgen Herzing den neuen Standort des Mehrzweckbootes an die Feuerwehr übergeben.
Grundlage für die Bootshalle sei der Feuerwehrbedarfsplan, der im Juni 2021 einstimmig durch den Aschaffenburger Stadtrat zur Umsetzung beschlossen wurde, betonte Stadtbrandrat Weigandt. Hier sei das gesamte Stadtgebiet einer Risikoanalyse unterzogen worden, um mögliche Gefahrenschwerpunkte für Mensch, Tier, Umwelt und Sachwerte zu identifizieren.
Dabei sei die Bundeswasserstraße Main mit ihren 13 Kilometern Flusslänge im Stadtgebiet in die zweithöchste Gefährdungsklasse 4 und der Bayernhafen mit den Hafenbecken sogar der höchsten Gefährdungsklasse 5 zugeordnet worden.
Um dem hohen Gefahrenpotential auf dem Main Rechnung zu tragen, sei ein schneller und effektiver Einsatz des Katastrophenschutz-Mehrzweckbootes der Feuerwehr essenziell.
Im Zuge der Standortfindung für die Neuerrichtung einer Slipstelle wäre deutlich geworden, dass die Anforderungen des Feuerwehrbedarfsplans nur mit einer dauerhaften Stationierung des Mehrzweckbootes im Main zu erreichen ist. Dabei müsse das Mehrzweckboot aber vor Umwelt- und Witterungseinflüssen geschützt sein. Schnell sei klar geworden, dass dies nur mit einer schwimmenden Bootshalle realisiert werden kann.
Die Suche nach der passenden Örtlichkeit für eine Slipstelle für die Feuerwehr sei in den zurückliegenden Jahre recht anstrengend gewesen, betonte Oberbürgermeister Jürgen Herzing. Bereits im vergangenen Jahr habe man deshalb das Feuerwehrboot in den Sommermonaten am Floßhafen im Main stationiert. Jetzt habe man mit der schwimmenden Bootshalle eine optimale Lösung gefunden. Aber auch hier hätten die gesetzlichen Vorgaben das Genehmigungsverfahren nicht vereinfacht. Insgesamt seien 22 Behörden involviert gewesen. Für die Bootshalle mussten verschiedene Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden.
Die Bootshalle mit einer Länge von gut 15 Metern, einer Breite von 5,50 Metern und einer Höhe über Wasser von rund 4,3 Metern liegt mit einem Gewicht von fas 22 Tonnen im Stadtteil Leider.
Bei der Ausführung wurde darauf geachtet, dass die Halle den speziellen Anforderungen des Feuerwehreinsatzes gerecht wird.
Die Stromversorgung der Halle ist für 72 Stunden akkugepuffert, so dass die elektrische Versorgung auch bei einem längeren Stromausfall gegeben ist. Die Zugänge sind mit Einbruchmeldern und Kameras überwacht, um Vandalismus vorzubeugen.
Die Gesamtkosten der Bootshalle inklusive Dalben, landseitigen Baumaßnahmen und Herstellung des Retentionsraumes belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Eine Förderung der Maßnahme über den Bund oder das Land fand nicht statt.
Das in der Bootshalle zukünftig stationierte Katastrophenschutz-Mehrzweckboot (siehe Stichwort) wurde 2023 in Dienst gestellt.
Mit der Inbetriebnahme der Bootshalle setze man einen Meilenstein in der Optimierung der wasserseitigen Gefahrenabwehr, betonte Stadtbrandrat Mark Weigandt. Im Gegensatz zum bisherigen, zeitaufwändigen Verbringen des Bootes von der Feuerwache zur Booteinlassstelle und Wasserung des Bootes sei nun ein schneller und effizienter Einsatz des Feuerwehr-Mehrzweckbootes gegeben. Dies sei ein echter Mehrgewinn für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Die evangelische Pfarrerin Sandra Weiss, welche selbst aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg ist, und Pfarrer Wolfgang Kempf erteilten der Bootshalle den kirchlichen Segen.





