1.669 Einsätze im vergangenen Jahr
Aschaffenburger Feuerwehr zieht Bilanz
Insgesamt 1.669 Einsätze hatte die Aschaffenburger Feuerwehr im vergangenen Jahr zu verbuchen (siehe auch Einsatzstatistik 2025). Auf der Jahreshauptversammlung am Freitag legte die Wehr nun ihre Bilanz für das zurückliegende Jahr vor und blickte auch in die Zukunft.
„Wer löscht morgen?“ sei der Titel eines Projektes der Technischen Hochschule Nürnberg aus dem Jahr 2024 gewesen, sagt Mark Weigandt, Stadtbrandrat, Kommandant und Dienststellenleiter der Feuerwehr Aschaffenburg. Es habe die Fragestellungen untersucht, wie sich das freiwillige Engagement in den Feuerwehren derzeit darstelle, wie sich das Engagement künftig entwickeln könne oder ob unter veränderten Rahmenbedingungen auch langfristig ausreichend Personal für die Feuerwehr gewonnen werden kann.
Diese Grundsatzfragen würden nicht nur rein Freiwillige Feuerwehren, sondern ebenso Organisationen mit hauptberuflichen Kräften betreffen – und damit auch die Feuerwehr Aschaffenburg. Als zweitgrößte Feuerwehr Unterfrankens nehme man eine besondere Stellung ein.
Als Feuerwehr einer kreisfreien Stadt sei die Feuerwehr Aschaffenburg sowohl für kommunale als auch übergeordnete Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz zuständig. Während diese Aufgaben in den Landkreisen auf mehrere Feuerwehren verteilt sind, würden diese in Aschaffenburg durch eine einzige Organisationseinheit wahrgenommen. Die Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte durch hauptberufliches Personal sei dabei essenziell. Gerade im Bereich der Leitung der Feuerwehr müssten die besonderen Rahmenbedingungen einer großen Freiwilligen Feuerwehr mit Ständiger Wache künftig Berücksichtigung finden, um das Ehrenamt wirksam zu entlasten.
„Welche Anforderungen eine Feuerwehr unserer Größe mit sich bringt, zeigt ein Blick in die Jahresstatistik“, betont Stadtbrandrat Weigandt.
Um die Arbeit der Feuerwehr sichtbar zu machen, habe man die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausgebaut, gezielte Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung und -bindung umgesetzt oder auch die technische Ausstattung verbessert und modernisiert.
Neben mehreren Fahrzeugbeschaffungen sei die Indienststellung der neu errichteten schwimmenden Bootshalle ein besonderes Highlight gewesen. Durch die Stationierung des Katastrophenschutz-Mehrzweckbootes sei die Hilfsfrist auf dem Main deutlich verkürzt worden. Bereits am 8. Januar 2026 habe sich diese Investition bei der Rettung einer ertrinkenden Person unter extremen Wetterbedingungen bewährt.
Als Teil der kritischen Infrastruktur müsse die Feuerwehr einsatzfähig bleiben – auch dann, wenn andere Systeme versagen. Der Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2021 zeige hierfür klaren Handlungsbedarf auf. Besonders hervorzuheben seien dabei der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für Gailbach und Schweinheim, die Erweiterung des Gerätehauses Leider, sowie die dringend erforderliche Sanierung und Erweiterung der Hauptfeuerwache in der Südbahnhofstraße.
Weigandt zeigte sich zuversichtlich, dass man gemeinsam mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung in den kommenden Monaten die notwendigen Weichen für die Umsetzung der Maßnahmen treffen werde. Gute bauliche Rahmenbedingungen seien nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Attraktivität unserer Feuerwehr.
Einsatzstatistik 2025
Insgesamt weist der Jahresbericht im zurückliegenden Jahr neben 431 Brandeinsätzen insgesamt 917 technische Hilfeleistungen, 48 Einsätze mit Gefahrstoffen, 261 Sicherheitswachen und 12 sonstige Tätigkeiten aus.
Dabei wurden über Feuerwehrleitern 27 Menschen gerettet. Weitere 61 Personen konnten durch die Feuerwehr gerettet werden, während für 24 Personen (insbesondere bei First-Responder-Einsätzen und Wohnungsöffnungen) die Hilfe zu spät kam.
In der Integrierten Leitstelle Bayerischer Untermain disponierten und begleiteten die Mitarbeiter insgesamt 63.514 Einsätze in den Gebietskörperschaften Stadt und Landkreis Aschaffenburg, sowie dem Landkreis Miltenberg.
Der Schwerpunkt lag hier bei 57.314 Rettungsdienst- und Krankentransporteinsätzen, gefolgt von 4.149 Technischen Hilfen, 1.419 Bränden und 147 Einsätzen zur Bekämpfung von ABC-Gefahren. Außerdem standen die Leitstellenmitarbeiter 38.601 Es wurden insgesamt rund 172.000 Telefonate durch das ILS-Personal geführt, darunter 83.134 Notrufe über die 112 und 10.103 Telefonate über die 19222 registriert.
Daten – Zahlen – Fakten
Knapp 650 Mitglieder zählt nach der Jahresstatistik der Aschaffenburger Feuerwehrverein. Insgesamt 287 Frauen und Männer leisten aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. 97 hauptamtliche Kräfte und Mitarbeiter zählen davon die Ständige Wache und die Integrierte Leitstelle Bayerischer Untermain.
180 Wehrleute sind als Atemschutzgeräteträger ausgebildet.
Unter anderem unterhält die Aschaffenburger Feuerwehr mit den Fachgruppen Tauchen, Flughelfer, Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen sowie ABC-Gefahren verschiedene Einheiten für Sondereinsätze.
Ehrungen und Beförderungen zur Jahreshauptversammlung
„Im vergangenen Jahr habe man bereits einige Ziele der Neuordnung des Feuerwehrvereins erreichen können“ sagt Vereinsvorsitzender Claus Ullrich auf der Jahreshauptversammlung der Aschaffenburger Feuerwehr. Zahlreiche Mitglieder wurden für ihr jahrelanges Engagement ausgezeichnet.
Der Vorsitzende blickte auf die gesellschaftlichen Veranstaltungen im vergangenen Jahr zurück, unter anderem habe man die Belebung des Vereinslebens durch den Gesamtverein in Angriff genommen und beispielsweise eine Exkursion zur Umweltbildungsstation der Stadt Aschaffenburg organisiert.
Die Vorstandschaft habe an zahlreichen Veranstaltungen des öffentlichen Lebens teilgenommen und Kontakte zu den weiteren Hilfsorganisationen vertieft. Dieser Austausch sei wichtig, um das Verständnis untereinander fortlaufen zu verbessern.
Ullrich dankte den Löschzügen, welche mit ihren Veranstaltungen in den verschiedenen Stadtteilen das Vereinsleben auch in 2025 bereichert hätten.
Der Vorsitzende fordert die Standortverantwortlichen auf, die Kameradschaft bei allen anstehenden Herausforderungen wie zunehmende Zahl der Einsätze, Übungen Sicherheitswachen und sonstigen Veranstaltungen nicht aus dem Auge zu verlieren. Diese sei ein wesentlicher Baustein für ein gutes Miteinander.
Bei den Neuwahlen wurde Matthias Schrammel zum 2. Vorsitzenden gewählt, Tasso Ehemann bleibt weiterhin Schriftführer und wird von Timo Zocher vertreten. Als Kassier wurde Alexander Kolbert bestätigt. Er wird von Julia Schäfer vertreten. Die Kasse wird auch zukünftig von Matthias Dittfeld und Thomas Bleistein geprüft.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Aschaffenburger Feuerwehr konnten Stadtbrandrat Mark Weigandt und Vereinsvorsitzender Claus Ullrich zahlreiche Wehrleute befördern und auszeichnen.
So wurden Mathias Dittfeld, Kai Kernhof, Fabian Völker und Philipp Weigel zu Hauptbrandmeistern, Florian Wolf zum Oberbrandmeister, sowie Peter Ommert zum Brandmeister befördert.
Ralf Hofmeister, Nora Römer und Benjamin Stier erfuhren die Beförderung zum Oberlöschmeister, sowie Michael Watzl zum Hauptlöschmeister.
Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Heinz Knotek mit dem staatlichen Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Das staatliche Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst in Silber erhielten Nora Römer und Ralf Schuhardt.
Für 30 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein wurden Andreas Liessem, Markus Zang und Sabrina Zimlich geehrt. Seit 50 Jahren sind Rolf Dörner, Karl Georg Kolb und Dietmar Zimlich im Verein.
Für Ihr Engagement in der Jugendfeuerwehr erhielten Sven Girth, Ralf Schuhardt und Maximilian UJlrich die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber, sowie Michael Köbert einen Präsentkorb.
Stefan Schwarzkopf wurde vom Vereinsvorsitzenden Claus Ulrich zum Ehrenmitglied der Aschaffenburger Feuerwehr ernannt.
In die aktive Mannschaft wurden Michelle Bardorz, Nina Farrag, Anna-Lena Hirsch, Linus Höfling, Niklas Leonardy, Fabian Mannchen, Patrick Neuberger, Nico Ostberg, Matthias Schneider, Fabian Schuhardt, Ralf Sellner, Johannes Seum, Benan Shalghin und Yazan Sharaf-Adeen übernommen und gleichzeitig zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau befördert.
- Stadtjugendfeuerwehrwart Philipp Frey (rechts) zeichnete Ralf Schuhardt, Michael Köbert und Maximilian Ulrich (von links) für ihr Engagement in der Jugendfeuerwehr aus.
- Die aktuelle Vorstandschaft des Feuerwehrvereins: Matthias Schrammel (2. Vorsitzender), Tasso Ehemann (Schriftführer), Alexander Kolbert (Kassier), Timo Zocher (stv. Schriftführer) und Vorsitzender Claus Ullrich (von links). Auf dem Bild fehlt die stellvertretende Kassiererin Julia Schäfer.
- Stadtbrandrat Mark Weigandt (rechts), Landtagsabgeordneter Winfried Bausback und Stadtbrandinspektor Dieter Göpfert konnten Ralf Schuhardt, Nora Römer und Heinz Knotek (von links) mit staatlichen Ehrenzeichen in verschiedenen Stufen auszeichnen.
- Stadtbrandrat Mark Weigandt (rechts) und Stadtbrandinspektor Dieter Göpfert beförderten Ralf Hofmeister, Michael Watzl, Benjamin Stier und Nora Römer (von links) zu Oberlöschmeistern/Hauptlöschmeister.
- Stadtbrandrat Mark Weigandt (rechts) und Stadtbrandinspektor Dieter Göpfert beförderten Kai Kernhof, Florian Wolf, Philipp Weigel, Fabian Völker und Mathias Dittfeld (von links) zu Oberbrandmeistern und Hauptbrandmeistern.
- Durch Kommandant Mark Weigandt (rechts) wurden mehrere Frauen und Männer in die aktive Mannschaft übernommen und zum Feuerwehrmann, bzw. zur Feuerwehrfrau befördert.
- Vereinsvorsitzender Claus Ulrich (rechts) und der 2. Vorsitzende Matthias Schrammel ehrten Karl Georg Kolb, Markus Zang und Rolf Dörner (von links) für 30- und 50-jährige Vereinsmitgliedschaft.






