Am vergangenen Montagabend stand für die 35 teilnehmenden Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg-Damm eine besonders anspruchsvolle Zugübung auf dem Plan. Das Szenario forderte nicht nur technisches Geschick, sondern auch eine präzise Koordination der verschiedenen Einheiten.
Anfahrt
Die Übung begann für die Teilnehmer – besetzt auf den Fahrzeugen MZF3 (3/11/1), LF3 (3/41/1), HLF3 (3/40/1), MLF1 (1/47/1), ELW2 (13/1) und V-LKW (3/56/1) – zunächst in einem Bereitstellungsraum. Von dort aus erfolgte die Alarmierung mittels einer modernen „What3words“-Adresse. Diese Form der Standortbestimmung ermöglicht es, Einsatzorte auch in unwegsamem Gelände oder auf weitläufigen Industrieflächen metergenau zu finden.
Dramatische Unfallsituation und Brand
Am Übungsobjekt im Industriegebiet bot sich den ersttreffenden Kräften ein dramatisches Bild: Ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem LKW und zwei PKW. Ein PKW war auf die Seite gekippt und gegen eine Hauswand gedrückt worden, wobei der Beifahrer massiv eingeklemmt wurde. Im LKW mussten der bewusstlose Fahrer sowie sein Beifahrer gerettet werden. Ein zweiter PKW versperrte zusätzlich den Zugang zur Beifahrerseite.
Parallel entwickelte sich eine Brandgefahr: Der Motorbereich des LKW qualmte stark und hatte bereits einen 1qm großen Abfallbehälter entzündet. Der dichte Rauch zog unmittelbar in ein angrenzendes Firmengebäude und schnitt dort mehreren Personen den Fluchtweg ab.
Strukturierte Abarbeitung der Einsatzstellen Um die Vielzahl an Aufgaben effizient zu bewältigen, teilte die Einsatzleitung die Kräfte umgehend in verschiedene Abschnitte auf:
- Abschnitt Technische Hilfeleistung: Stabilisierung der Fahrzeuge und Durchführung der patientenschonenden Rettung der eingeklemmten Personen mittels schwerem Rettungsgerät.
- Abschnitt Brandbekämpfung: Schneller Löschangriff zur Eindämmung des Behälterbrandes und zur Kühlung des LKW-Motors.
- Abschnitt Menschenrettung: Einsatz von Atemschutztrupps im Gebäude zur Suche der vermissten Person sowie Betreuung und Rettung der eingeschlossenen Personen über alternative Rettungswege.
Besonders kritisch war die Lage im 3. Obergeschoss, wo eine Person aufgrund des verqualmten Treppenhauses zu springen drohte. Hier leiteten die Einsatzkräfte umgehend eine Rettung mittels Sprungpolster ein, um die Person sicher aufzufangen.
Atemschutznotfall-Training
Gegen Ende der Übung wurde die Belastung für die Einsatzkräfte nochmals gesteigert: Ein Atemschutznotfall wurde eingespielt. Nachdem sich ein Angriffstrupp mit dem Notruf-Kennwort „MAYDAY“ über Funk gemeldet hatte, wurde der bereitstehende Sicherungstrupp umgehend in das Gebäude geschickt, um die Kameraden in Not zu lokalisieren und zu retten. Ein lebenswichtiges Training, um im Ernstfall schnell und sicher reagieren zu können.
Führung und Kommunikation
Die gesamte Einsatzstelle wurde hochprofessionell geführt:
- Einsatzleitung: Der Zugführer koordinierte mit seiner Mannschaft aus dem MZF3 heraus den gesamten Einsatzverlauf und die Abstimmung zwischen den Abschnitten.
- Führungsunterstützung: Der ELW2 unterstützte die Leitung maßgeblich. Die Besatzung übernahm das Führen der Lagekarte sowie die gesamte Kommunikation mit der Leitstelle, um den Funkverkehr zu bündeln und den Zugführer im operativen Geschäft zu entlasten.
Fazit
Gegen 21:00 Uhr konnte schließlich „Übungsende“ gemeldet werden. Alle Statisten wurden erfolgreich gerettet und die Brandherde gelöscht. Das Zusammenspiel zwischen der technischen Rettung, der Brandbekämpfung und der professionellen Führung funktionierte hervorragend. Solche Übungen sind essenziell, um die Sicherheit im Stadtteil Damm und für ganz Aschaffenburg rund um die Uhr zu gewährleisten.





